Schnee scheint die Welt zu verwandeln, alles leuchtet in einem überirdischen Weiß. Aber Menschen reagieren auf Schnee ganz verschieden. Kinder staunen über den Tanz der Schneeflocken und freuen sich aufs Schlittenfahren, Ältere denken an Heizkosten und Sturzgefahren. Die einen stöhnen über zu fegende Wege. Andere genießen die für eine Weile zauberhaft verwandelte, von aller Verschmutzung reine Welt. Dabei kann insgeheim die Sehnsucht wach werden: wenn doch auch mein und unser ganzes Leben so schön und rein wäre.

Sauberkeit ist etwas Unentbehrliches, um sich in seiner Haut, seiner Kleidung, seiner Wohnung wohl zu fühlen. In der Öffentlichkeit finden wir verschmierte Wände, verdreckte Wege, stinkenden Müll ekelhaft und wehren uns gegen alle Formen von Verschmutzung der Umwelt. Doch genauso wichtig ist es, die Innenwelt in Ordnung zu bringen, die Reinigung von gehässigen Gefühlen, die Entsorgung von egoistischen Gedanken, die Bekräftigung des Willens zum Guten. So kann auch der Mensch mit sich ins Reine kommen.


BoN-Impulskarte 234 • Text: Phil Bosmans / Ulrich Schütz • Foto: © Roland Höpker • Herausgeber: Bund ohne Namen • Postfach 154, D-79001 Freiburg • www.bund-ohne-namen.de