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Begegnungstreffen 2011: »Liebe findet immer einen Weg«

Das große jährliche Begegnungstreffen hat auch nach vierzehn Jahren nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Diesmal kamen 80 Teilnehmer in das gepflegte Bildungshaus Schmerlenbach mit seiner idyllischen Umgebung am Rande des Speßart in der Nähe von Aschaffenburg. Sie kamen zum Teil von weit her: aus Hamburg, aus dem Allgäu, aus Potsdam, auch aus Kroatien und zu unserer großen Überraschung und Freude kurzfristig sogar aus der Ukraine. Das Treffen stand unter der Motto »Liebe findet immer einen Weg«. Dazu gab es ein abwechslungsreiches Programm, zu dem viele Teilnehmer mit viel Fantasie beigetragen haben. Aber es bestand auch reichlich Gelegenheit für persönliche Gespräche, für stille Nachdenklichkeit, für gesellige Fröhlichkeit.

Wenn Mensch sich begegnen, stellen sie sich erst einmal vor. Bei den BoN-Treffen geschieht das auf möglichst originelle, spielerische Weise, diesmal mit Hilfe von kleinen Stofftüchern. Ihre Farbe sollte möglichst entsprechend der eigenen Lebenslage gewählt werden. Das eigene Tuch wurde mit dem des Nachbarn oder der Nachbarin verknotet zum Zeichen, daß man zusammengehört. Dieses Tücherband, ob am Boden oder an der Decke, begleitete uns die ganzen Tage. Auch wurde bei diesem Treffen viel gesungen (aus einem eigens erstellten Liederheft). Auch das trägt viel zu der besonderen Atmosphäre der Tage bei. Ein Schwerpunkt des Treffens war wiederum der schon erwartete Vortrag von Ulrich Schütz zum Motto (auch als Broschüre erhältlich). Näher entfaltet wurde das Thema dann in Gesprächsgruppen und in Workshops, z. B. als Bastelarbeit oder als Tanzspiel, mit großem Einfallsreichtum »choreografiert« von Heitrud Margraf, oder als Märchenpantomime, vorbereitet durch das Ehepaar Uhrmeister (auch sonst bereicherte es das Treffen wie manche andere auch mit ihren musikalischen Fähigkeiten). Ulrich Sander war es gelungen, eine bekannte Buchautorin und Kolumnistin einer großen Frauenzeitschrift zur Mitwirkung zu gewinnen: die Franziskanerin Schwester Gisela, die in Biberach die »Sinnwelt Jordanbad« leitet: Auf 1500 Quadratmeter laden dort 100 Stationen zum Sehen, Hören, Riechen, Fühlen ein. Einiges aus dieser Erfahrung hat sie uns charmant und eindringlich vermittelt.

Ein weiterer Schwerpunkt beim Treffen: der ökumenische Abendgottesdienst, den wiederum mit viel Liebe, Erfahrung und auch sprachlichem Feingefühl Eva-Maria Leiber vorbereitet und geleitet hat. Bei allen Trostlosigkeiten, die wir auf dem Lebensweg erfahren und die keineswegs überspielt werden, können wir doch (wie die Emmausjünger) ganz neu dem Leben begegnen. Ausgesprochen erholsam war dann am Samstag Vormittag der Ausflug zum weitläufigen Schloßpark Schönbusch ein Stück konkret gelebte Wegerfahrung.

Erstmals haben fünf Mitglieder des ukrainischen Bund ohne Namen (Spilka bez imeni) als Gäste am deutschen Treffen teilgenommen. 1999 hatte der griechisch-katholische Pfarrer Jaroslaw Tsaryk aus Brodi (etwa 100 km östlich von Lwiw/Lemberg) Phil Bosmans und seine Bewegung in Antwerpen kennen gelernt und begründete etwas Ähnliches in Brodi. Seitdem bestehen auch Kontakte zum deutschen BoN-Büro. Jetzt suchte er einen neuen Anfang und scheute nicht den weiten Weg von rund 1500 Kilometer. Dank einer jungen Studentin aus Brodi, die fließend Deutsch sprach, gab es kaum Probleme mit der Verständigung. Die ukrainischen Gäste gaben dem Treffen eine besonders warmherzige, unvergeßliche Note. Nicht wenige Teilnehmer des Treffens sorgten für kleine überraschende Aufmerksamkeiten, für Gesten der Freundschaft (bei 80 Personen keine geringe Mühe), immer in Verbindung zum Motto des Treffens. Am letzten Abend kamen erstaunlich viele verkappte Talente zum Vorschein, in vielen humorvollen Beiträgen, in pantomimischem, besonders erheiterndem Spiel. Den abschließenden Gottesdienst am Sonntag Vormittag empfanden wohl die meisten als den erfüllenden Höhepunkt des Begegnungstreffens, der Mut für den Alltag macht und Hoffnung auf ein Wiedersehen.

Ulrich Sander, der BoN-Vorsitzende, bei der Begrüßung und Einführung in das Treffen.

Bunte Tücher als Weg, sich kennen zu lernen. Verknüpft, ein sprechendes Bild der Gemeinschaft.

Die stattliche Schar der 80 Teilnehmenden vor dem Steinlabyrinth im Park des Bildungshauses. Das uralte Motiv des Labyrinths konnte als eindrucksvolles Symbol erfahren werden, als eine Hilfe, dem Motto des Treffens »Liebe findet immer einen Weg« sinnenfällig auf die Spur zu kommen.

Viele überraschende Einsichten zum Motto stellte U. Schütz bei seinem spannenden Vortrag heraus.

Von ansteckender Fröhlichkeit Schwester Gisela, sie deutete nicht nur den Sinn des Labyrinths.

Sie führte uns Freie, auf einen ungewöhnlichen Erlebnisparcours für die Sinne und die Seele.

In Workshops wurde das Motto vertieft, hier eine Bastelgruppe unter Anleitung von Monika Dietrich.

Ein anderer Workshop bot Gelegenheit, gegenseitig Erfahrungen vom Lebensweg auszutauschen.

Fußabdrücke wurden beim ökumenischen Gottesdienst mit Alltagßymbolen persönlich gefüllt.

Eva-Maria Leiber leitete diesen Gottesdienst mit Begeisterung und großer Glaubenserfahrung.

Ausflug in die wunderschönen Anlagen des alten englischen Gartens von Schloß Schönbusch.

Zu dem vor Jahrhunderten angelegten Park gehören auch Waßerläufe und Brücken im alten Stil.

Gäste aus der Ukraine. Die junge Dolmetscherin zeigt auf dem Plakat, von wo sie gekommen sind.

Die Gäste in Tracht mit typischer Stickerei. Ganz links Pfarrer Tzaryk bei einer Gesangskostprobe.

An alle wurde ein bei Festen übliches Dreiecktuch mit gestickter Borte als Gastgeschenk überreicht.

Hier gehen »gebastelte Herzen« auf Wanderschaft, einer von vielen Beiträgen zum frohen Abendfest.

Hier werden Lebenßtationen von der Wiege bis zum Altenheim tänzerisch-pantomimisch gespielt.

Große Heiterkeit löste auch die Pantomime vom Clown als Mönch aus, hier hütet er die Schweine.

Viele Talente trugen zur heiter gelösten Atmosphäre bei. Hier werden originelle Reime geschmiedet.

Zum abschließenden Festgottesdienst wurde manches aus den Tagen zum Altar gebracht.

»Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand.« Die »BoN-Hymne« als Segensbitte.